Coronabedingt verschoben ins Jahr 2021

Früher haben wir uns mit Mythen verständlich gemacht. Heute fehlen uns die Worte für den unendlichen Hass auf uns selbst, auf das, was wir aus uns gemacht haben, für die krasse Selbstverachtung. Wir fallen uns selbst zur Last, verstricken uns in uns selbst und ersticken daran fast.
Und doch: Wir sind immer noch mythisch. Schwanken pausenlos zwischen Heldentum und Elend. Inhaltlich konzentrieren wir uns auf heranwachsende Personen in Tempests Gedicht, die auf der Schwelle von Jugend zur Erwachsenenwelt stehen mit ihren individuellen Kämpfen um eine eigene Identität ringen, um ein Selbstverständnis, um einen Platz in der Welt. Aus welchen Geschichten schöpfen sie?

Die antiken Götter von heute leben überall, auch in Freiburg. Sie leben individuelle Geschichten und jede ist es Wert auf ihre Art wie ein Mythos gelesen zu werden. Holen wir die Götter vom Himmel, die Märchenwesen aus ihren Schlössern und Höhlen, die Sagengestalten vom Thron und setzen ihnen unsere Realität entgegen, in der jede(r) Einzelne ein Mythos ist. Inspiriert durch den Theatertext "Prinzip Katamaran" des Theaterkollektivs RaumZeit, in dem es um das Erfinden einer eigenen Identität als "Gnoi" geht, werden Jugendliche ermutigt, eine eigene Identität zu finden. Neue mythische Erzählungen schenken dem eigenen Leben eine überindividuelle Kraft, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich selbst in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einzubetten.

Im Baden-Württembergischen Literatursommer 2020 in Produktionskooperation mit Radio Dreyeckland und GeJOdome.

Ursprünglich geplante Termine
So 14. Juni 2020 um 18 Uhr im ArTik, Haslacherstraße 43/25, 79115 Freiburg
Fr 19. Juni 2020 um 18 Uhr im JATZ Jugendhaus Altes Thermalbad Zähringen, Lameystraße 4, 79108 Freiburg
Sa 4. Juli 2020 um 18 Uhr im Jos Fritz Café, Wilhelmstraße 17, 79098 Freiburg im Rahmen der Ausstellung "Freiburger_innen (un-)sichtbar?" von FLUSS e.V.